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Josef Eschbach, Selbstzeugnis

Zeitgeschichte 1933 bis 1945

Dr. phil. Josef Eschbach (*1916 in Eschweiler; †1992 ebd.) war Jesuit, Lehrer, Schriftsteller und Buchhändler. Er hat ein Manuskript hinterlassen, in dem er seine Erinnerungen an die Jahre 1933 bis 1945 und seine Auseinandersetzung mit dem Jesuiten-Orden, den er schließlich verlassen hat, schildert. Dieses Manuskript sowie zeitgenössische Fotos und Devotionalien aus dem Familienalbum werden hier mit freundlicher Erlaubnis von Stefan Eschbach veröffentlicht.

Vita Josef Eschbach
Josef Eschbach, Portrait a1985
J. Eschbach, a1990

*12. November 1916 in Eschweiler als Sohn eines Finanzbeamten — 1935 Abitur in Eschweiler, anschließend Noviziat im Jesuitenorden — April 1937 Reichsarbeitsdienst in Leipzig, Herbst 1937 Studium der alten Sprachen, Rhetorik und Philosophie an der Hochschule der Jesuiten in Pullach bei München — 1939 Kriegsdienst in München, Grafenwöhr, Amberg, Oberpfalz — 1940 Westfront, Tréloup an der Marne, zuletzt an der Loire; nach Erscheinen seines ersten Buches "Ein Junge findet heim" wird Eschbach aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen — September 1940 bis Februar 1941 Studium der Philosophie, Theologie und Geschichte in Pullach bei München — Februar 1941 Fortsetzung des Wehrdienstes in Saint Palais in den Vor-Pyrenäen und in Saint Jean de Luz an der Biskaya, im Oktober aufgrund des "Jesuitenerlasses" aus dem aktiven Kriegsdienst entlassen — 25. November 1941 bis Februar 1942 Studium an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Frankfurt, im Februar 1942 verlässt Eschbach den Jesuitenorden — Gelegenheitsarbeiten, Aufenthalt in Berlin, wo Eschbach seine spätere Frau Helga York kennenlernt — November 1942 bis 1943 Studium der Germanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn — 2. Oktober 1943 Heirat mit Helga York in Erfurt — November 1943 bis April 1945 Studium der Germanistik an der Universität Wien, 2. April 1945 Promotion an der philosophischen Fakultät Wien mit einer Dissertation über den Schriftsteller Rudolf Henz — Mai 1945 Flucht von Wien nach Eschweiler — Buchhändler in Eschweiler (Grabenstraße, Rosenallee), ab Mitte der 1960er-Jahre bis 1982 Lehrer in Eschweiler (Bergrather Volksschule, Hauptschule Waldschule) — †16. Mai 1992 in Eschweiler.

Josef Eschbach war in den 1950er- und 1960er-Jahren Verfasser zahlreicher Romane und Erzählungen für Kinder und Jugendliche, unter dem eigenen Namen von Jungenbüchern, unter den Pseudonymen Brigitte Delheid, Monika Heuschen, Anneliese Schwarzer und Helga York von Mädchenromanen.

Nicht allein wider den Strom;
Zwölf besondere Jahre im Leben eines unbesonderen Menschen

Manuskript von Josef Eschbach, 276 Seiten DIN A 4, Schreibmaschine

Abbildungen aus dem von Helga York zusammengestellten Familienalbum (Digitalisierung: Haro von Laufenberg). Transkription und Annotationen von Haro von Laufenberg (Die Transkription folgt bis auf stillschweigend korrigierte offensichtliche Errata unverändert dem Original).

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Inhalt:

1. Mein Vater und der Rattenfänger
S. 1-12. Erinnerungen an den Vater und das Jahr 1933 in Eschweiler, in welchem der Vater gegen seine Überzeugung zum Eintritt in die NSDAP veranlasst worden sei
2. Prima Jahre
S. 12-23. 1933-1935: Schulzeit in Eschweiler, Erinnerung an den als regimegegnerisch dargestellten Studienrat Dr. Wilhelm Holtschmidt, das Reichskonkordat von 1933 und den sog. Röhmputsch von 1934
3. Die übrigen Pauker
S. 24-37. 1932-1935: Schulzeit in Eschweiler, Charakterisierung der Lehrer, die als angepasst beschrieben werden; Jugendbund "Neudeutschland"
4. Allerlei Lyrik
S. 38-46. 1932-1935: Schulzeit in Eschweiler, Hitlerjugend und Jugendbünde; Begegnung mit Ludwig Esch und Reifen des Entschlusses, dem Jesuitenorden beizutreten
5. Die oben
S. 47-57. 1935: Kritische, zuweilen spöttische, seelsorgerische als auch theologisch-philisophische Auseinandersetzung mit Hitler, Goebbels und Göring als den führenden Protagonisten des Nazismus; Entscheidung, in den Jesuitenorden einzutreten
6. Noch immer nicht aus dem Schneider
S. 58-73. 1935-1937: Noviziat im Jesuitenorden, Zweifel am Ordensleben und Entdeckung eines erzählerischen Talents; vom Orden der Verfolgung durch die Gestapo wegen eines Spottverses aus der Zeit im Jugendbund "Neudeutschland" entzogen; Einberufung zum Reichsarbeitsdienst
7. Gelobt sei, was hart macht
S. 74-87. 1937: Reichsarbeitsdienst in Sachsen
8. Du bist nichts
S. 88-102. 1937: Reichsarbeitsdienst in Sachsen; Begegungen mit Ida Friederike Görres
9. Warum ist Leid auf der Welt?
S. 103-114. 1937/38: Studium an der Jesuiten-Hochschule in Pullach; Selbstzweifel und schriftstellerische Versuche in Auseinandersetzung mit der zeitbeherrschenden Grundstimmung Angst; Zweifel am Jesuiten-Orden nach Erfahrung der mit den Nazis übereinstimmenden Erbkrankheitslehre des Ordens
10. Veremundus
S. 115-126. 1938: Begegnung mit Carl Muth
11. Innere Emigration
S. 127-144. 1938: Begegnungen mit Josef Habbel, Georg Schwarz und Gertrud von le Fort
12. Der ewige Kaiser
S. 145-160. 1939: Erinnerungen an Werner Bergengruen, Erlebnis des Kriegsbeginns
13. Kein Wunder an der Marne
S. 161-171. 1940: Kriegserinnerungen
14. Sommer an der Biscaya
S. 172-184. 1940/1: Kriegserinnerungen
15. Ersatzreserve n.z.v.
S. 185-197. 1941/2: Ausmusterung, Trennung vom Jesuiten-Orden
16. Zwischenstationen
S. 198-214. 1942/3: Begegnungen mit Wilhelm Karl Gerst und Josef Habbel, Studium bei Obenauer in Bonn
17. Der Dichter und seine "Scherben"
S. 215-230. 1944/5: Studium in Wien, Begegnung mit Rudolf Henz und Promotion über Henz bei Josef Nadler
18. Der totale Krieg
S. 231-244. 1945: Auseinandersetzung mit Josef Nadler, Situation in Wien zu Ende des Kriegs
19. Flucht in die Freiheit
S. 245-276. 1945: Flucht aus Wien durch Bayern bis in das zerstörte Eschweiler